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SOLO

Genesis – Eros - Thanatos

Idee und Konzept: Eugene W. Rhodes III. + Walther Zimmerli

sich zu manifestieren, zu werden, zu existieren. In „Solo“ stellt sich Eugene W. Rhodes III. die Frage nach der Entstehung des ersten Lebens auf der Erde und fokussiert auf die Balance zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität und dem Drang nach Veränderung, Wachstum und Entwicklung im Leben der Menschen. Inspirieren lässt er sich dabei von Elementen aus der griechischen Mythologie: Chronos frisst seine eigenen Kinder, um Veränderung zu vermeiden und Stabilität zu gewähren. Der Choreograf lädt die Zuschauer ein, durch den stark physischen Tanz in seine Gedankenwelt einzutauchen und nimmt sie mit auf eine abenteuerliche Reise zwischen Ordnung und Chaos, Beständigkeit und Wandel

Am Anfang war das Wort – oder doch der Gedanke, die Idee? Der Wille, sich zu manifestieren, zu werden, zu existieren. Und so geschah es!

Sperma befruchtet Ei, das Ei erlaubt die Befruchtung, und die beiden werden Eins, für einen kurzen Augenblick, bevor sich diese Einheit beginnt zu teilen. Die Zellen, wachsen hin zu einer neuen Einheit, aber es entsteht eine Spannung, da sich zwei Prinzipien auseinanderwachsen. Die Spannung wächst, bis sie unerträglich wird, und die Zellen in Opposition gehen und eine weitere Spaltung vor sich geht. Aus EINS wird ZWEI.

Es war einmal, vor langer Zeit, da drehte sich unser Planet während Millionen von Jahren glücklich und zufrieden in ewig scheinender Harmonie und Balance zwischen Anziehung und Zentrifugalkraft um die Sonne und sich selber. Bis aus einer weiten Galaxie ein Meteor ausser Kontrolle geriet, und nach einer unendlich langen Reise schliesslich auf unsere Erde prallte und somit das Potential für materielles Leben wie wir es kennen schuf. Zwar schuf der Meteor kein Leben selber, brachte jedoch – ausser einer einstweiligen Zerstörung der bisherigen, unendlich scheinenden Balance und Harmonie – den richtigen chemischen und physikalischen Mix, aus dem wir hier und heute existieren.

Chronos: Frisst seine eigenen Kinder; es darf sich nichts ändern, keine Neuerung, damit die Balance nicht gestört wird. Dadurch verhindert dieser Zeitfresser nicht nur Innvoation, sondern verhindert auch Gefahr. Völker markieren Grenzen, Traditionen erhalten, bewahren, verhindern.



Eugene W. Rhodes III. wirft in diesem Solostück einen (Rück)-Blick auf sein bisheriges Leben, durch einen mit griechischer Mythologie gefärbten Filter. Dabei fokussiert er sich auf die Balance zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität, und dem Drang nach Veränderung, Wachstum, und Entwicklung. Veränderungen verunsichern, aber wenn ein sicherer Ort sich in einen Käfig verwandelt, sind sie unvermeidlich.

Eugene lädt in seiner Darbietung die Zuschauer ein, diese Gedankenwelt gemeinsam zu besuchen, und die eigene Gedankenwelt in diesem Balanceakt zwischen solchen gegensätzlichen Bedürfnissen und Kompromissen zu erforschen. Eugene’s Tanz widerspiegelt diese Spannungen, die Momente, in denen Chronos Chaos verweigert, und die exstatischen Momente, wo beide sich finden und akzeptieren und so Raum für Neues schaffen.

Die metaphorischen Zwillinge sind schliesslich nur Aspekte des Seins im beschränkten Raum. Ein Zwilling ist glücklich im zeitlosen Paradies, wunschlos, unveränderlich, in sich genügend. Der wilde Zwilling ist im freien Raum, kennt kein Zuhause, keine Ruhe, keine Regeln. Er ist Lucifer und Pan, in unendlichen Manifestationen. Unendliches Glück, unendliches Leid, nichts ist so wies es sein sollte oder zu sein scheint. Er will was er nicht hat, ist ohne Ruhe, sucht das Paradies, findet es manchmal, aber sobald er es findet, ist es schon wieder Illusion. Er ist der Wahnsinn, um den ihn die Normalität beneidet.

Im Laufe von Raum und Zeit hassen und fürchten sich die Zwillinge, und dennoch verlangen sie nach einander. Perfektion gibt es nur dann, wenn die beiden sich finden. Wird es ihnen je gelingen? Wir werden es erst dann wissen, wenn wir den Zwilling in uns gefunden haben.

Für dieses ambitiöse Projekt arbeitet Eugene ganz bewusst mit sehr unterschiedlichen Künstlern, um durch die Zusammenarbeit mit solch unterschiedlichen Temperamenten die Spannung bei der Kreation und Schaffung des Stücks reel zu erleben, mit allen Funken, die dabei sprühen werden, um aus verschiedenen Welten und Leben zu schöpfen und so aus der Vermählung individueller Visionen Neuland zu betanzen.


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Bern, 15. Oktober 2012




 
   
 
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